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Unterwasserwelt von Ostsee und Binnengewässern entpuppt sich als Taucherparadies

Um alte Wracks oder versunkene Schätze zu finden, bedarf es keiner Fernreise in die Karibik - Taucher können solche Prachtstücke auch in Mecklenburg-Vorpommerns Küsten- und Binnengewässern entdecken. Diese überraschen mit einer abwechslungsreichen Flora und Fauna von Seenadel bis Seestern und abenteuerlichen Tauchspots mit Schiffswracks und Schatzkisten - viele davon sind nicht nur vom Boot, sondern auch bequem vom Ufer aus zu erreichen.

In den vergangenen Jahren hat sich Mecklenburg-Vorpommern zu einem lohnenden Ziel für Taucher und Tauchtouristen entwickelt. In den 19 Tauchvereinen und 15 Tauchbasen im Land können sich Neulinge wie auch erfahrene Flossenträger optimal auf das Erlebnis "Tauchen in Mecklenburg-Vorpommern" vorbereiten. Die mittlerweile rund 1,6 Millionen Inhaber von Tauchzertifikaten in ganz Deutschland zieht es immer mehr in die Tauchgebiete des Landes. Auch die ständig wachsende Anzahl von derzeit 1200 Sporttauchern zeigt das wachsende Interesse am Tauchsport im Nordosten. Pures Abenteuer versprechen die rund 1400 archäologischen Funde vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, die auf dem Grund der Ostsee eine bizarre Landschaft bilden. Wegen des geringen Salzgehalts des Wassers sind bis heute Reste steinzeitlicher Siedlungen, Hafenanlagen und eine Vielzahl von Schiffswracks gut erhalten.

Tauchrevier Ostseeküste

Besonders empfehlenswert für einen Tauchgang ist die Mecklenburgische Ostseeküste. In Rostock organisiert die Dive Connection Tauchgänge zu interessanten Schauplätzen der hiesigen Unterwasserwelt. Für Anfänger sind Landtauchgänge in Elmenhorst, Börgerende und Markgrafenheide besonders geeignet. Bei einer Maximaltiefe von fünfeinhalb Metern können Unerfahrene hier den seichten Einstieg wagen. Das Revier zeichnet sich durch Steinfelder mit artenreichem Bewuchs, umherziehenden Fischschwärmen und saisonal bedingt auch eine große Anzahl von Krebsen aus. Neben Landtauchgängen können beliebte Plätze der Ostseeküste auch per Boot angesteuert werden. Vor der Küste Rügens können Flossenträger das 1993 gesunkene Fährschiff "Jan Heweliusz" besichtigen. Das Wrack liegt in 25 Metern Tiefe und ist je nach Sichtverhältnissen bereits ab einer Tiefe von zehn Metern zu erkennen. Lohnenswert machen den Tauchgang unter anderem das Bugstrahlruder, der LKW auf dem Wrack und die riesige Schiffsschraube. Erfahrene Taucher können durch die abgerissene Heckklappe sogar ein Stück in die unteren Ladedecks ins Wrackinnere hineintauchen. Tauchgänge finden regelmäßig ab April zirka einmal im Monat sowie auf Anfrage statt. Infos: www.tauchen-in-rostock.de.

Piratenabenteuer erleben Besucher des Yachthafens in Warnemünde. Das angeschlossene Tauchcenter bietet hier so genannte Tresortauchgänge an. Erst kürzlich wurden zu diesem Zweck stählerne Schatzkisten versenkt, deren Inhalt sich nur auf dem Meeresgrund erforschen lässt. Zudem werden an der Basis von März bis Oktober jeden ersten und dritten Samstag im Monat eine große und eine kleine Wracktour angeboten. Zahlreiche weitere Angebote gibt es außerdem rund um die Tauchaus- und Weiterbildung. Infos: www.protaucher.de

Ein Höhepunkt für jeden Taucher ist das künstliche Riff vor Nienhagen bei Bad Doberan. Das selbstregulierende Ökosystem wurde 2003 in etwa zwölf Metern Tiefe zu Forschungszwecken eingerichtet. In kürzester Zeit siedelten sich hier ausgedehnte Muschelbänke an, die für Seehasen, Plattfische, Krabben und Seenadeln einen neuen Lebensraum bieten. Für Tauchtouristen wurde an dem Riff extra ein touristischer Bereich eingerichtet, aber auch erfahrene Taucher werden angehalten, sich vor dem Tauchgang mit einer der ortsansässigen Tauchschulen in Verbindung zu setzen. Weitere lohnenswerte Ziele in der Nähe sind ein Fliegerwrack vor Stolteraa sowie die "Sand Trans", ein Saugbagger, in 13 Metern Tiefe vor der Küste bei Ahrenshoop auf Fischland-Darß-Zingst. Infos: www.uni-rostock.de/riff

Wer das Flair vergangener Zeiten unter der Wasseroberfläche Mecklenburg-Vorpommerns hautnah miterleben möchte, kann auf dem Tauchbasisschiff MS "Artur Becker" anheuern. Zu den top Tauchspots der Touren gehören das archäologisch bedeutsame Wrack des 1920 gesunkenen Motorseglers "Amazone" sowie ein 1984 vor der Insel Bornholm gekentertes russisches U-Boot. Eine genaue Fahrtenliste ist auf der Internetseite der "Artur Becker" (www.artur-becker.de) einsehbar.

Auch die Region rund um die Insel Usedom bietet verheißungsvolle Tauchziele. Besonders attraktiv für einen Tauchgang ist die sagenumwobene Vinetabank, die laut Volksglaube einst Standort der mythischen Stadt Vineta gewesen sein soll. Tauchneulinge, Urlauber und Kurzentschlossene finden in der Zinnowitzer Tauchbasis "Grean Sea Diver" ideale Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Innerhalb von nur drei bis vier Tagen können Tauchinteressierte hier einen international gültigen Tauchschein erlangen. Auch Fortgeschrittene können ihren Unterwasserhorizont mit speziellen Aufbaukursen erweitern. Angebote selbst für die Kleinsten erleichtern dabei die Urlaubsplanung. Infos: www.green-sea-diver.de

Tauchreviere im Binnenland

Besonders attraktiv für Tauchgänge im Landesinneren ist die Schweriner Seenlandschaft. Zahlreiche gut erreichbare Gewässer präsentieren den Besuchern eine farbenfrohe Unterwasserwelt. Zwischen verästelten Baumgruppen und versunkenen Fischerbooten tummeln sich Seesterne sowie zahlreiche Fisch- und Krebsarten. Abenteuerlustige können vom Nordbecken des Tollensesees bei Neubrandenburg aus die Reste einer Torpedoversuchsanstalt erkunden, die im Zweiten Weltkrieg dazu diente Industrieneuheiten zu testen. Die zu diesem Zweck eingerichtete und heute unter Naturschutz stehende Insel ist einen Tauchgang wert. Auf dem Grund des Sees um das Eiland herum liegen Trümmerteile verstreut, ein ideales Versteck für Wassertiere. Bei guter Sicht offenbaren sie die gesamte Artenvielfalt des Binnengewässers. Exkursionen führt auf Anfrage die Tauchschule Octopus in Neubrandenburg durch. Ein kombiniertes Arrangement von Unterkunft und Tauchservice bietet das Gasthaus "Zum Rethberg" in Lübstorf bei Schwerin an. Neben einer mobilen Tauchplattform organisiert das 3-Sterne-Hotel auch Tauchausfahrten und weist die Gäste vor Ort ein. Infos: www.octopus-barthel.de

Ein ebenso reizvolles Revier sind die Gewässer der Feldberger Seenlandschaft. Über eine der beiden ortsansässigen Tauchbasen erhält man gegen ein geringes Entgelt die für den Großteil der Seen im Naturpark Feldberger Seenlandschaft erforderliche Tauchgenehmigung. Besonders der Schmale Luzin lockt jährlich viele Taucher an. Der durch die steilen Ufer etwas beschwerliche Einstieg lohnt sich. Die Tauchtiefe von 30 Metern ist für einen Binnensee beachtlich. Unterschiedlich große Findlinge und etliche Bäume, die mit den eher seltenen Süßwasserschwämmen bedeckt sind, bilden eine eigentümliche Unterwasseratmosphäre. Infos: www.luzindiver.de.

Der Carwitzer See als größter See der Feldberger Seenlandschaft ist besonders gut für Tauchanfänger geeignet. Der See hat von der Tauchbasis in der Thomsdorfer Bucht aus einen leichten Einstieg, ist im Zentrum sehr flach und wird von über zwanzig Fischarten bewohnt. Erfahrenere Taucher haben die Möglichkeit, sich von der Basis ein Tauchboot zu mieten und selbst interessante Tauchplätze anzufahren. Mit dem Segelschulschiff "Greif" veranstaltet die Basis im September zum zweiten Mal einen viertägigen Segel-Tauch-Törn. Je nach Wetterlage stehen unter anderem ein Landtauchgang in Bornholm und ein Bootstauchgang vor der Küste Rügens im Programm. Infos: www.aquariusdivers.de, www.tauchcenter-feldberg.de

Tauchglocke in Zinnowitz
Trockenen Fußes abtauchen kann man in Zinnowitz auf Usedom dank der Erfindung des Wolgaster Ingenieurs Andreas Wulff. Er entwickelte für touristische Unterwasserausflüge eine Tauchglocke, die an einem Stahlpfeiler in die Tiefe geführt wird und Platz für 26 Personen bietet. In etwa vier Metern Tiefe stellt sich für die Besucher ein authentisches Tauchgefühl ein. Unterhalb der Wasseroberfläche gibt die Besatzung während des 45-minütigen Tauchganges einen Einblick in den Lebensraum Ostsee. Zusätzlich werden 3-D-Filme von bunten Unterwasserwelten, Korallenriffen, dem Lebensraum von Haien und der Tiefsee gezeigt. Die Sichtweite durch die hohen Glasfenster beträgt je nach Strömung und Saison bis zu vier Meter. Wegen des starken Zuspruchs ist derzeit eine zweite Gondel in Sellin auf Rügen in Planung. Infos: www.tauchgondel.de

Aquatunnel im Natur- und Umweltpark Güstrow
Wer lieber zuschaut als selber taucht, findet im Natur- und Umweltpark eine Attraktion, bei der die Füße ebenfalls trocken bleiben. Hier können Besucher in einem zwölf Meter langen Wassertunnel einheimische Fischarten mal aus der Unterwasserperspektive beobachten. Vor den Augen der Besucher staut sich die Nebel als größter Fluss der Region und gewährt Einblicke in einen naturbelassenen Flusslauf. Bei der täglichen Schaufütterung mit anschließender Säuberung der Scheiben des Aquariums, sorgt ein Taucher für klare Sicht auf die zutraulichen Forellen, Zander und etwa zehn weitere Arten von Bewohnern der ungewöhnlichen Behausung. Infos: www.nup-guestrow.de

Äußerst authentisch lassen sich die weltgrößten Meeresbewohner übrigens im am 12. Juli eröffneten spektakulären Erweiterungsbau des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund, dem Ozeaneum, erleben. Vier verschiedene Wale von 15 bis 26 Metern Größe scheinen in der Ausstellung "Riesen der Meere" über die Köpfe der Zuschauer hinwegzuschweben. Infos: www.ozeaneum.de

Kulinarischer Tauchgang
Wer sich im Anschluss an eine Erkundungstour unter der Wasseroberfläche Mecklenburg-Vorpommerns auf ein kulinarisches Abenteuer einlassen möchte, dem ist die Hotel- und Erlebnisgastronomie Nautilus in Neukamp auf Rügen zu empfehlen. Gäste erleben in der schummrigen Atmosphäre eines U-Bootes die Fantasiewelt von Jules Verne, denn das Restaurant ist der fiktiven Nautilus aus dem Roman "20.000 Meilen unter dem Meer" nachempfunden. Infos: www.ruegen-nautilus.de

Foto: Mecklenburg-Vorpommerns Unterwasserwelt (Christian Schuldt)
Text: Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.

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