1 Bedeutung des maritimen Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommern ist heute eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen und erreicht weiterhin hohe Zuwachsraten. Besonders der maritime Tourismus ist in den letzten 13 Jahren zu einer neuen, bedeutsamen Wirtschaftsbranche geworden. Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat von 1990 bis 2003 fast 120 Millionen Euro allein in die Förderung kommunaler Wassertourismusprojekte gesteckt. Mit einem Beitrag von 10 Prozent zur gesamten touristischen Wertschöpfung entfaltet der maritime Tourismus eine Breitenwirkung in vielen Wirtschaftssektionen des Landes. Diese Branche stellt mit jährlich 160 Millionen Euro Bruttoumsatz bereits heute ein interessantes Segment des Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern dar. Rechnerisch entspricht dies rund 6.000 Arbeitsplätzen (Vollzeitbeschäftigtenäquivalente). Die tatsächliche Zahl derer, die im maritimen Tourismus beschäftigt sind, liegt deutlich darüber. Mecklenburg-Vorpommern ist das Land für den maritimen Tourismus, denn es ist das größte zusammenhängende Wassersportrevier in Deutschland. Rund 1.700 km Ostseeküste, mehr als 2.000 Binnenseen und über 26.000 km lange Fließgewässer bieten ideale Wassersportbedingungen. Das Land verfügt über ein erstklassiges Angebot in dieser Branche. Das Netz der knapp 400 Marinas, Sportboothäfen und Wasserwanderrastplätzen mit derzeit rund 18.000 Liegeplätzen an der Küste und weiteren 14.000 im Binnenland soll weiter ausgebaut werden. Geplant ist, die Zahl der Liegeplätze bereits 2005 um 10.000 und längerfristig um weitere 15.000 bis 20.000 zu steigern. Nach dem ,Strategiepapier Wassertourismus in Deutschland 2003" gibt es bundesweit neben den 1,85 Millionen in Sportvereinen organisierten Wassersportlern bis zu 17 Millionen Menschen, die in ihrer Freizeit oder im Urlaub surfen, tauchen, segeln, rudern, Kanu, Motorboot oder Wasserski fahren. Die Studie prognostiziert, abgesehen von den ohnehin schon begehrten Sportarten Segeln und Motorbootfahren, steigende Nachfragetrends vor allem beim Bootschartern, Kanufahren, Wasserski, Tauchen, Angeln, bei Kreuzschifffahrten (insbesondere auf Flüssen), der Traditionsschifffahrt und bei maritimen Großveranstaltungen. Beabsichtigt ist, diesem Bedarf nachzukommen und den Gästen des Landes einen unvergesslichen Urlaub zu bieten. Sie sollen regelmäßig in den Nordosten der Bundesrepublik kommen. Eine Analyse des maritimen Tourismus in Mecklenburg- Vorpommern verdeutlicht, dass wir es überwiegend mit traditionellen und konventionellen Produkten zu tun haben. Marktchancen für die Zukunft erwachsen entweder aus der Stärke einzelner für sich selbst oder aus der Verknüpfung aller Akteure für die Region. Überaus wichtig ist es indes auch, auf diesem Gebiet in erforderlicher Weise innovativ zu sein. Der als Etappenziel auf der langen Außenküstenstrecke zwischen Poel und Rostock wichtige Yachthafen mit 800 Liegeplätzen in Kühlungsborn nimmt im April 2004 seinen regulären Betrieb auf. In Rostock soll der vom olympischen Bewerbergeist beflügelte Hafenkomplex mit bis zu 800 Liegeplätzen, Hotels, Geschäften, Konferenzzentrum und riesigem Wellnessbereich bereits 2005 eröffnet werden. Das strategische Ziel besteht darin, die Ressourcen des Landes optimal mit den Bedürfnissen der Wassersportler abzustimmen. Mecklenburg-Vorpommern verfügt über sehr gute, natürliche Potentiale für die Entwicklung des maritimen Tourismus. Voraussetzung dafür ist eine funktionierende und den Anforderungen entsprechende Infrastruktur sowie ein wettbewerbsorientiertes Dienstleistungsniveau der Marinas, Sportboothäfen und Anleger. Der Service, die technischen und ökologischen Standards und die Ausbildung der Mitarbeiter sind entscheidende Kriterien für den Qualitätsstand im maritimen Tourismus. Mit der Ausbildungs- und Qualitätsoffensive ,Maritimes Qualitätsmanagement für Marinas, Sportboothäfen und Anleger" MQM® wird diesem Anliegen Rechnung getragen. Der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern wird mit Hilfe von MQM® gemeinsam mit den Partnerverbänden, dem Wirtschaftsverbund maritimer Tourismus, dem Seglerverband, dem Motorjachtverband und dem Kanuverband des Landes die Wettbewerbsfähigkeit im maritimen Tourismus verbessern.
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